Kindertagesstätten in Berlin

»Man muss präsent sein – bei Kindern, Eltern und im Team.«

 

Heike Heise, Leiterin der Kita Regenbogen, erzählt über ihre 30 Jahre in der Kita

 

Heike, Du leitest die Kita Regenbogen seit sechzehn Jahren.  Wie hat alles angefangen?

1977 habe ich meine Ausbildung abgeschlossen – seitdem bin ich Erzieherin mit voller Überzeugung. 1997 bin ich in die Kita Regenbogen gewechselt. Integration war damals schon ein großes Thema für mich: Kinder mit Beeinträchtigungen, Down-Syndrom oder besonderem Unterstützungsbedarf zu begleiten, hat meine Arbeit geprägt. 1999 wurde ich Facherzieherin für Integration, später stellvertretende Leitung und seit 2010 leite ich die Kita.

 

Fast 50 Jahre pädagogische Arbeit. Was braucht es eigentlich, um eine Kita zu leiten?

Organisationstalent. Geduld. Humor. Man muss präsent sein – fürs Team, für Kinder und für Eltern. Mir war immer wichtig, dass wir kooperativ arbeiten und Probleme nicht unter den Teppich kehren. Ein gutes Team hält nicht von allein zusammen.

 

Was macht Euer Team besonders?
Dass wir uns wirklich kennen. Wir sind ein kleines Team mit wenig Fluktuation – da merkt man schnell, wenn jemand Unterstützung braucht. Und wir haben gelernt: Nicht alles klappt sofort perfekt. Fehler gehören dazu. Man muss sich ausprobieren dürfen.

 

Was hat Dir an der Leitung am meisten Spaß gemacht?
Die konzeptionelle Weiterentwicklung. Ich mochte es immer, neue Themen anzuschieben und gemeinsam zu überlegen: Was brauchen die Kinder gerade wirklich?

 

Welche Themen beschäftigen Euch aktuell besonders?
Für dieses Jahr ist unser Thema vor allem das Beschwerdemanagement für Kinder. Klingt erstmal groß – heißt aber im Alltag: Kindern zuhören, ihre Perspektiven ernst nehmen und gemeinsam reflektieren. Außerdem arbeiten wir in den Dienstbesprechungen intensiv mit Fallbesprechungen und dem BeoKiz-Verfahren.

 

Hat sich der Kiez über die Jahre verändert?

In unserem Kiez wohnen ganz verschiedene Familien. Und das ist wunderbar! Dadurch entsteht Vielfalt in unserer Kita und diese Vielfalt ist die Basis für unsere Arbeit. Ein vertrauensvoller Kontakt mit den Familien ist uns über all die Jahre wunderbar gelungen. Ich würde sagen dafür haben wir ein echt gutes Händchen.

 

Eure Kita hat einen guten Ruf im Kiez.

Wie schafft man das?
Viel über Beziehung. Unsere Plätze wurden lange fast nur über Mundpropaganda vergeben. Wir nehmen Eltern ernst, haben offene Türen und gehen auch auf schwierige Gespräche zu. Das merken Familien.

 

Was wünschst Du Dir für die nächste Leitung?
Dass die Kinder weiter im Mittelpunkt stehen. Und dass Bestehendes nicht einfach verwaltet, sondern weiterentwickelt wird.

 

Und wie war die Zusammenarbeit mit dem Träger Orte für Kinder?
Sehr wertschätzend. Ich habe mich immer unterstützt gefühlt – auch in schwierigen Situationen. Das ist nicht selbstverständlich.

 

Zum Schluss: Was wird Dir am meisten fehlen?
Die Kinder. Definitiv die Kinder. Und wahrscheinlich auch ein bisschen der tägliche Trubel.

 

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